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pflichtungen reduzieren lassen. Aluminium mit h%u00f6heren Emissionenk%u00f6nnte er gleichzeitig weiterhin in anderen M%u00e4rkten verkaufen.Der Hersteller h%u00e4tte damit weder seineProduktion zwingend dekarbonisiertnoch den tats%u00e4chlichen Recyclinganteil erh%u00f6ht. Er h%u00e4tte lediglich das emissions%u00e4rmere Material nach Europaumgeleitet, w%u00e4hrend emissionsintensiveres Material andernorts vermarktet wird.Die Folgen f%u00fcr die europ%u00e4ische Wertsch%u00f6pfungskette w%u00e4ren erheblich. Importe k%u00f6nnten von niedrigeren CBAMKosten profitieren, ohne dass damitein zus%u00e4tzlicher Klimanutzen verbunden w%u00e4re. Europ%u00e4ische Herstellerm%u00fcssten dagegen weiterhin die Kostenaus dem Emissionshandel sowieCBAM-bedingte Mehrkosten bei ihrenRohstoffen tragen.Gleichzeitig k%u00f6nnten Importe vergleichbarer Produkte vollst%u00e4ndig vomCBAM ausgenommen bleiben, soferneine einzelne Lieferung weniger als50 Tonnen wiegt. Damit w%u00fcrde nichtdie tats%u00e4chliche Dekarbonisierung belohnt, sondern die Optimierung vonDeklarationen und Warenstr%u00f6men.Das w%u00fcrde die angestrebten fairenWettbewerbsbedingungen weiterschw%u00e4chen.European Aluminium h%u00e4lt die geplante 50-Tonnen-Grenze aufgrund des hohen Wert-Gewicht-Verh%u00e4ltnisses vonAluminium f%u00fcr ungeeignet. K%u00f6nnen Siean praktischen Beispielen erl%u00e4utern,wie diese Grenze den Wettbewerbzwischen europ%u00e4ischen Herstellernund Importeuren verzerren k%u00f6nnte?Emanuele Manigrassi: Die vorgeschlagene Grenze richtet sich ausschlie%u00dflich nach dem Gewicht. Aluminium ist jedoch ein Werkstoff mit einem hohen Wert bei vergleichsweisegeringem Gewicht. Dadurch k%u00f6nntenzahlreiche wirtschaftlich bedeutendeImporte unterhalb der Grenze bleiben,obwohl sie unmittelbar mit in Europahergestellten Produkten konkurrieren.Das schafft ungleiche Bedingungen.Europ%u00e4ische Hersteller tragen weiterhin die CO2-Kosten aus dem EU-Emissionshandel und dem CBAM. Importeure vergleichbarer Produkte k%u00f6nntendagegen vom CBAM befreit bleiben,nur weil eine einzelne Lieferung weniger als 50 Tonnen wiegt.Viele weiterverarbeitete Aluminiumprodukte werden in Europa in vergleichsweise kleinen Losgr%u00f6%u00dfen bestellt oder in kleinen Sendungen eingef%u00fchrt. Ein anschauliches Beispiel istdie Modernisierung der T%u00fcren einesHotels mit 200 Zimmern. Die daf%u00fcr ben%u00f6tigte Aluminiummenge liegt bei lediglich rund 9,2 Tonnen.Ein entsprechender Import w%u00fcrde weitunterhalb der vorgeschlagenen Grenzeliegen und w%u00e4re somit nicht vomCBAM erfasst. Er st%u00fcnde aber in direktem Wettbewerb zu T%u00fcren, die inEuropa hergestellt wurden und derenHersteller emissionshandelsbedingteKosten tragen m%u00fcssen.Um die Grenze von 50 Tonnen zu erreichen, m%u00fcsste eine Lieferung etwa2270 Aluminiumt%u00fcren umfassen. Solche Mengen entsprechen nur seltender %u00fcblichen Beschaffungspraxis.European Aluminium h%u00e4lt daher eineeinheitliche 50-Tonnen-Grenze f%u00fcrAluminium f%u00fcr ungeeignet. Wir schlagen stattdessen eine Absenkung auff%u00fcnf Tonnen vor. Das w%u00fcrde die Besonderheiten des Aluminiumhandelswesentlich besser ber%u00fccksichtigen unddazu beitragen, importierte Produkteund europ%u00e4ische Erzeugnisse mit vergleichbaren CO2-Kosten zu belasten.Der CBAM ist inzwischen in seine definitive Phase eingetreten. Welche Folgen drohen der europ%u00e4ischen Aluminiumindustrie, wenn Parlament undKommission die genannten Problemeim laufenden %u00dcberpr%u00fcfungsverfahrennicht l%u00f6sen? Halten Sie weiterhin einevor%u00fcbergehende Aussetzung nach demPrinzip %u201eStop the clock%u201c f%u00fcr notwendig?Emanuele Manigrassi: Obwohl derCBAM bereits in seine endg%u00fcltige Phase eingetreten ist, bietet das laufende%u00dcberpr%u00fcfungsverfahren eine entscheidende Gelegenheit, die f%u00fcr Aluminiumrelevanten Schwachstellen zu korrigieren. Werden diese Probleme nichtgel%u00f6st, k%u00f6nnte der CBAM Carbon Leakage verst%u00e4rken, anstatt es zu verhindern.Europ%u00e4ische Produzenten und Recycler sind bereits mit hohen Energiepreisen und steigenden CO2-Kosten ausdem EU-Emissionshandel konfrontiert.K%u00f6nnen Importe weiterhin vonSchlupfl%u00f6chern profitieren, entsteheneurop%u00e4ischen Unternehmen h%u00f6hereKosten als ihren internationalen Wettbewerbern, ohne dass im Gegenzugdie angestrebten fairen Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden.Statt die industrielle Basis Europas zust%u00e4rken, k%u00f6nnte der Mechanismus denVerlust von Produktionskapazit%u00e4ten,Investitionen und Recyclingkapazit%u00e4ten beschleunigen.European Aluminium wird sich daherweiterhin daf%u00fcr einsetzen, Aluminiumaus dem CBAM herauszunehmen, fallsdie erforderlichen Korrekturen nichtkurzfristig von den europ%u00e4ischen Gesetzgebern beschlossen werden.Das w%u00fcrde bedeuten, die Anwendungdes endg%u00fcltigen CBAM-Systems f%u00fcrden Aluminiumsektor und den damitverbundenen Abbau der kostenlosenZuteilung von Emissionszertifikatenauszusetzen. Diese Pause sollte solange gelten, bis die vorgeschlagenenVerbesserungen umgesetzt wurdenund ihre Auswirkungen auf die Wettbewerbsf%u00e4higkeit der europ%u00e4ischenAluminiumindustrie gr%u00fcndlich bewertet worden sind.Ein wirksamer CBAM f%u00fcr Aluminiumben%u00f6tigt verl%u00e4ssliche Nachweis- undKontrollsysteme, eine sachgerechteBehandlung von Post-ConsumerSchrott, eine zum Aluminiumhandelpassende Mengengrenze sowie einetragf%u00e4hige L%u00f6sung f%u00fcr europ%u00e4ische Exporte. Erst dann kann der Mechanismus tats%u00e4chlich zu fairen Wettbewerbsbedingungen und zur Dekarbonisierung beitragen.6NEWSLETTERJetzt anmelden:rieger-mv.deELOXALmehr erfahren:rieger-mv.deUNSER INTERVIEW-PARTNERFachmann f%u00fcr KlimapolitikEmanuele Manigrassi ist Director Climate &Energy bei European Aluminium. Seit Juni2019 verantwortet er die regulatorische Arbeit und Interessenvertretung zu energieund klimapolitischen Themen der Europ%u00e4ischen Union. Seine Schwerpunkte liegen aufdem EU-Emissionshandel, dem CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM, dem europ%u00e4ischen Beihilferecht sowie auf Wettbewerbs- und Dekarbonisierungsstrategien f%u00fcrdie Aluminium-Wertsch%u00f6pfungskette.Zuvor arbeitete Manigrassi in Br%u00fcssel f%u00fcrdie internationale Kommunikations- und Public-Affairs-Agentur Weber Shandwick. Dortbefasste er sich unter anderem mit Klimaund Energiepolitik, Kreislaufwirtschaft undnachhaltiger Finanzierung. In Ihrem Positionspapier warnen Siedavor, dass der CBAM durch sogenanntes %u201eResource Shuffling%u201c umgangen werden k%u00f6nnte. Wie w%u00fcrde einesolche Verlagerung in der Praxis funktionieren, und welche Folgen h%u00e4tte sief%u00fcr die europ%u00e4ische Aluminium-Wertsch%u00f6pfungskette?Emanuele Manigrassi: ResourceShuffling bedeutet, dass Material zwischen verschiedenen M%u00e4rkten umgeleitet wird, damit die in die EU eingef%u00fchrten Produkte einen niedrigerenausgewiesenen CO2-Fu%u00dfabdruck haben. Die weltweiten Emissionen sinken dadurch jedoch nicht.Bei Aluminium ist dieses Risiko insbesondere aufgrund der M%u00f6glichkeitrelevant, Post-Consumer-Schrottanteileanzugeben. Ein Produzent au%u00dferhalbEuropas k%u00f6nnte gezielt jenes Materialmit dem h%u00f6chsten Anteil an Post-Consumer-Schrott oder besonders CO2arm erzeugtes Prim%u00e4raluminium f%u00fcrden europ%u00e4ischen Markt verwenden,wenn sich dadurch seine CBAM-VerDie f%u00fcr Aluminium relevanten Schwachstellen des CBAM m%u00fcssen korrigiert werdenFoto: AdobeStock_wutzkoh

