Trimet Recyclingwerk senkt CO2-Emissionen um 25 Prozent

Trimet hat die Energieversorgung seines Recyclingwerks in Gelsenkirchen auf wasserstoffreiches Industriegas umgestellt. Künftig werden die Schmelzöfen am Stadthafen mit Kokereigas betrieben, das zu mehr als 60 Prozent aus Wasserstoff besteht. Damit reduziert der Werkstoffspezialist die direkten CO₂-Emissionen seines Standorts um rund 4000 Tonnen jährlich. Das entspricht rund einem Viertel der bisherigen Emissionen. Die neue Energieversorgung wurde am 29. Oktober unter anderem in Anwesenheit von Markus Töns, Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Jelena Jojic-Nedeljkovic, Vorständin Technik Primary ArcelorMittal Bremen und Sebastian Watermeier, Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen, in Betrieb genommen.

Offizielle Inbetriebnahme der neuen Kokereigasversorgung am TRIMET Recyclingstandort Gelsenkirchen. V. l.: Bernd Mensing, Geschäftsführer der GELSEN-LOG Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft mbH; Simon Nowack, Stadtrat der Stadt Gelsenkirchen; Dr. Jelena Jojic-Nedeljkovic, Vorständin Technik Primary bei ArcelorMittal Bremen; Dr. Andreas Lützerath, Mitglied des Vorstands der TRIMET Aluminium SE; Markus Töns, Mitglied des Deutschen Bundestages; Dr. Christian Klicki, Stadtrat der Stadt Gelsenkirchen; und Sebastian Watermeier, Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen Foto: Trimet

„Eine starke heimische Industrie braucht eine leistungsfähige Grundstoffproduktion. Aluminium spielt dabei eine wichtige Rolle. Umso wichtiger ist es, diesen Werkstoff hierzulande wettbewerbsfähig und klimaschonend herzustellen“, sagt Dr. Andreas Lützerath, Mitglied des Vorstands der Trimet Aluminium SE. „Dazu müssen wir die Möglichkeiten unserer Industriestandorte konsequent nutzen. Mit dem Einsatz von Industriegas schaffen wir Synergien, schonen Ressourcen und vermeiden Emissionen.“

Das Kokereigas stammt aus der Kokerei von ArcelorMittal im benachbarten Bottrop. Trimet bezieht es von Uniper Energy Sales über das bestehende Gasleitungsnetz. Für den Anschluss des Recyclingwerks im Gelsenkirchener Stadthafen wurde eine rund 700 Meter lange Versorgungsleitung gelegt.

Hoher Wasserstoffanteil

„Die Nutzung von Kokereigas für Aluminiumrecycling ist ein gutes Beispiel für die intelligente Nutzung industrieller Ressourcen. Die Zusammenarbeit mit TRIMET zeigt, welches Potenzial in der Vernetzung energieintensiver Industrien liegt. Durch die Nutzung unseres hochwertigen Kokereigases wird die Umweltbilanz verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industriestandorte gestärkt“, Dr. Jelena Jojic-Nedeljkovic, Vorständin Technik Primary ArcelorMittal Bremen.

Durch seinen hohen Wasserstoffanteil verursacht das Kokereigas bei der Verbrennung deutlich weniger CO₂-Emissionen als fossiles Erdgas. Die Umstellung der Anlagen auf den neuen Brennstoff eröffnet zugleich die Möglichkeit, die Schmelzöfen künftig vollständig mit Wasserstoff zu betreiben, sobald dieser zu wirtschaftlichen Bedingungen verfügbar ist.

Energieversorgung neu aufgestellt

„Ich freue mich, dass die Industrie hier in Gelsenkirchen die Transformation mit konkreten Investitionen vorantreibt“, sagt der Gelsenkirchener Bundestagsabgeordnete Markus Töns. „Trimet zeigt, wie sich industrielle Wertschöpfung und Klimaschutz verbinden lassen. Das ist ein wichtiges Signal für unsere Stadt und die gesamte Industrieregion.“

Trimet hat das Recyclingwerk Gelsenkirchen in den vergangenen drei Jahren umfassend modernisiert und erweitert. Dabei hat das Unternehmen die jährliche Produktionskapazität um rund 20 Prozent auf 70.000 Tonnen Recyclingaluminium gesteigert. Parallel wurde die Energieversorgung des Standorts neu aufgestellt. Eine Solaranlage mit einer maximalen Leistung von mehr als 600 Kilowatt auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern erzeugt den Strom für den eigenen Bedarf. Trimet plant darüber hinaus die Nutzung von industrieller Abwärme für das öffentliche Fernwärmenetz der Stadt Gelsenkirchen.

Mit der Umstellung auf wasserstoffreiches Industriegas treibt Trimet die umfassende Modernisierung des Standorts voran. Das Recyclingwerk verbindet eine höhere Produktionsleistung mit einem deutlich reduzierten CO₂-Ausstoß und einer effizienten Nutzung der eingesetzten Energie.