Hydro will Extrusionswerk in Frankreich schließen

Der norwegische Aluminiumkonzern Hydro treibt die Konsolidierung seines europäischen Extrusionsgeschäfts weiter voran. Nach der Ankündigung im November, das Werk in Lüdenscheid, sowie die Produktionsstätten in Cheltenham und Bedwas im Vereinigten Königreich sowie Feltre in Italien und Drunen in den Niederlanden zu schließen folgt jetzt die Nachricht, ein Werk im französischen Lucé zu schließen. Ziel der Maßnahme ist es, so die Hydro-Zentrale: „die Produktionsstruktur in Europa zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken“.

Das Strangpresswerk in Lucé. Foto: Hydro/Web

Von der geplanten Schließung in Frankreich sind rund 80 Beschäftigte betroffen. In Kürze soll ein formelles Konsultationsverfahren mit den Arbeitnehmervertretern am Standort eingeleitet werden. Sollte die Entscheidung bestätigt werden, ist die Stilllegung des Werks im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen.

„Der europäische Markt bleibt herausfordernd, und wir müssen weitere Maßnahmen ergreifen. Diese Entscheidungen sind schwierig, aber Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Zudem werden wir sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden fair und respektvoll behandelt werden. In Frankreich werden wir weiterhin stark vertreten sein und unsere Kunden mit hohem Engagement und Serviceorientierung bedienen“, erklärte Erik Fossum, Senior Vice President Hydro Extrusion Europe.

Recyclingwerk ist nicht betroffen

Das Werk in Lucé gehört seit 1986 zu Hydro und verfügt über zwei Strangpressen. Nicht betroffen von der Entscheidung ist das am selben Standort angesiedelte Aluminium-Recyclingwerk. Hydro betont, „weiterhin klar zu den europäischen Extrusionsmärkten zu stehen“. Lieferverpflichtungen und Servicelevels gegenüber Kunden sollen durch die geplanten Veränderungen nicht beeinträchtigt werden. Im Falle einer endgültigen Schließung sollen betroffene Kunden künftig von anderen Hydro-Standorten aus beliefert werden.

Die gesamten Restrukturierungskosten werden auf rund 260 Millionen norwegische Kronen (NOK) geschätzt. Davon entfallen etwa 80 Millionen NOK auf Wertminderungen und rund 175 Millionen NOK auf Rückstellungen, die im ersten Quartal 2026 verbucht werden sollen. Zusätzlich werden sich Kosten von etwa 5 Millionen NOK im bereinigten EBITDA des ersten Quartals 2026 niederschlagen.