Aus Sicht der Industrie ist vor allem die geplante Einführung klarer Qualitätsanforderungen für Aluminium, das aus Altfahrzeugen zurückgewonnen wird, ein wichtiger Schritt: Er soll hochwertiges Recycling erleichtern und damit die Kreislaufwirtschaft im Automobilbereich stärken.
Der Verband verweist darauf, dass der Aluminiumanteil in Fahrzeugen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei, getrieben durch Elektromobilität und Leichtbau. Heute mache Aluminium rund zehn Prozent des Gewichts der Fahrzeuge aus, die in Recyclinganlagen ankommen, mit weiter steigender Tendenz.
Qualitätsklassen sollen „Closed-Loop“-Recycling ermöglichen
Kernpunkt der Einigung ist aus Verbandssicht die Sortierung nach Qualität: Zunächst soll zwischen Knet- (wrought) und Gussaluminium (cast) unterschieden werden, anschließend eine weitere Trennung in vier Legierungsfamilien erfolgen. Dadurch lasse sich die Materialqualität sichern und Aluminium könne eher wieder in hochwertige Anwendungen, etwa in neuen Fahrzeugen, zurückgeführt werden. European Aluminium nennt als Potenzial durch bessere Trennung/Sortierung jeweils mehr als eine Million Tonnen pro Jahr an hochwertig sortiertem Knetaluminium sowie an hochwertigen Gusslegierungen.
Mehr Transparenz mit „Circularity Vehicle Passport“
Positiv bewertet der Verband außerdem den geplanten digitalen Circularity Vehicle Passport, der den Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette verbessern könne. Ebenso begrüßt der Verband den Fokus auf Fahrzeuge „unbekannten Verbleibs“ sowie Maßnahmen gegen illegale Behandlung und Exporte. Patrik Ragnasson, Director Mobility & Strategic Projects bei EA, spricht von „Minen auf Rädern“, die in Europa besser genutzt werden müsse, um Zugang zu wertvollen Rohstoffen wie Aluminium zu sichern. Entscheidend seien dabei Demontage- und Qualitätsvorgaben, zirkuläres Design sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von der Produktion bis zum Recycling.

