Hohe Energie- und Rohstoffkosten, wachsender internationaler Wettbewerb und neue regulatorische Vorgaben setzen die europäische Aluminiumindustrie unter Druck. Gleichzeitig steigt die strategische Bedeutung des Werkstoffs für Elektrifizierung, Energiewende und digitale Infrastruktur. Diese Spannungsfelder stehen im Mittelpunkt der Messe und der begleitenden Konferenzen.
In sechs Hallen zeigen Unternehmen Produkte und Lösungen aus den Bereichen Primäraluminium, Halbzeuge, weiterverarbeitete Erzeugnisse, Maschinen- und Prozesstechnik, Oberflächenbehandlung, Software und Recycling.
„Wettbewerbsfähigkeit, Energie, Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung lassen sich nicht mehr getrennt voneinander betrachten“, sagt Patrick Herman, Event Director beim Veranstalter RX. Diese Faktoren bestimmten zunehmend, wo Unternehmen investieren, wie sie Rohstoffe beschaffen und welche Technologien sie einsetzen.
Kontakt und kostenfreie Karten
Die Messe findet vom 6. bis 8. Oktober 2026 in Düsseldorf statt. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Das Drei-Tage-Ticket kostet im Vorverkauf 52 Euro und an der Tageskasse 105 Euro. Der Eintritt zu den Konferenzen und Preisverleihungen ist enthalten. Mit dem Code alu26_PSE können Sie hier eine kostenfreie Eintrittskarte anfordern.
Europäische Produktion unter Druck
Die gemeinsam mit Aluminium Deutschland organisierte Konferenz in Halle 7a befasst sich mit Märkten, Handel, Industriepolitik und widerstandsfähigen Lieferketten. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Verpackung und Bau.
Die Eröffnungsrede hält Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschafts- und Klimaschutzministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie spricht über die Rolle von Aluminium in der europäischen Industrie- und Energiepolitik.
Ein konkretes Investitionsvorhaben stellt Maxime Vandersmissen, Chief Commercial Officer von Arctial, vor. Das Unternehmen plant in Finnland eine mit fossilfrei erzeugtem Strom betriebene Primäraluminiumhütte mit einer Kapazität von 600.000 t. Es wäre die erste neue Primäraluminiumhütte Europas seit mehr als drei Jahrzehnten. Derzeit werden mehr als 60 % des europäischen Primäraluminiumbedarfs durch Lieferungen von außerhalb der EU gedeckt.
Vertreter von Novelis und Constellium diskutieren zudem, ob die europäische Automobilindustrie angesichts strengerer Umweltanforderungen und wachsender internationaler Konkurrenz wettbewerbsfähig bleiben kann.
CBAM, Recycling und neue Nachfrage
Die neue Sustainability & Recycling Conference in Halle 6 widmet sich der Frage, wie sich Klimaziele in konkrete Markt- und Produktionsbedingungen übersetzen lassen. Auf dem Programm stehen die Umsetzung des CO₂-Grenzausgleichssystems CBAM, die Entwicklung der CO₂-Preise sowie technische Voraussetzungen für eine stärker kreislauforientierte Aluminiumwirtschaft.
Weitere Themen sind Rezyklatanteile, recyclinggerechte Legierungsentwicklung und die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette. Eine eigene Veranstaltung untersucht Aluminium als strategischen Rohstoff und zeigt Möglichkeiten auf, Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten.
Wie sich der Ausbau erneuerbarer Energien und das schnelle Wachstum künstlicher Intelligenz auf Aluminiumbedarf und Lieferketten auswirken könnten, beleuchtet die Diskussionsrunde „Aluminium Demand – From Energy Transition to AI“.
Lösungen für die Transformation
Technologien für Kreislaufwirtschaft, Recycling und CO₂-reduzierte Produktion werden in der Sustainability & Recycling Area in den Hallen 5 und 6 gebündelt. Ergänzend zeichnet der erstmals vergebene Innovation Award Entwicklungen in den Kategorien nachhaltige und CO₂-arme Produktion, Technologie- und Produktinnovation sowie intelligente Fertigung, Automatisierung und Vernetzung aus. Die Preisträger werden am 7. Oktober bekannt gegeben.
Bereits am 6. Oktober werden die „Women with Metal Awards“ verliehen. Sie würdigen Frauen, die die Metallindustrie mitgestalten, sowie Personen und Organisationen, die sich für mehr Vielfalt und Teilhabe einsetzen.

